Cognitive Procurement, Automatisierung & Robotik Das Berufsbild des „Einkäufers“ im Wandel – Wie sieht meine Jobbeschreibung 2025 aus?

Der technologische Wandel und die Digitalisierung eröffnen vielfältige neue Möglichkeiten – auch für die Einkaufs- und Logistikprozesse. Elektronische Kataloge und Beschaffungsprozesse waren hierbei erst der Anfang. Beschaffungsmanagement 4.0 geht hierüber aber deutlich hinaus und zielt auf die weitestgehende Automatisierung komplexer Prozesse in Echtzeit unter Einbezug von Robotik und künstlicher Intelligenz ab. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff des Cognitive Procurement. All diese Entwicklungen machen auch vor den Krankenhäusern nicht Halt, eröffnen neue Möglichkeiten, verändern aber gleichzeitig das Berufsbild des „Einkäufers“.


Das Fachforum I widmet sich dem Thema von zwei Seiten: Zum einen werden neue Technologien kurz erläutert, um aufzuzeigen, wo wir technologisch stehen, wohin die „Reise“ im Einkauf in den nächsten Jahren geht, und welche Grenzen ggf. (noch) gesetzt sind. Zum anderen konzentrieren wir uns auf das Berufsbild des „Einkäufers“ im Wandel, die Frage, welche Qualifikationen künftig wichtig sind und wie technologische Innovationen und Mensch künftig zusammenwirken. Oder kurz: Wie sieht die Jobbeschreibung eines Einkäufers 2025 aus?


Moderation:


Hartmut Ponßen
Vorstand
gök Consulting AG



Diskutanten:


Stefan Krojer
Leiter strategischer Einkauf
Johanniter Competence Center GmbH


Bünyamin Saatci
Leiter Beschaffung
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein


Dr. Marcus Schüller
Partner, Advisory, Head of Operations Consulting
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


Beschaffungskongress der Krankenhäuser 2018, 5./6. Dezember 2018, Hotel de Rome


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femak Gewinnspiel zur Bundesfachtagung

*** Gewinnspiel *** 


Sie sind Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung (Einkauf, Logistik, Materialwirtschaft...) und wollen die Gelegenheit nutzen erstmals Ihr Netzwerk auf einer femak Veranstaltung zu erweitern? 


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Wie?
Beantworten Sie einfach die Gewinnfrage, indem Sie Ihre Antwort als Kommentar posten oder mir eine Nachricht senden:


Wo findet die 36. Bundesfachtagung der femak statt?


Programm der femak Bundesfachtagung https://www.femak.de/images/stories/2018_femak/2018_36_Bundesfachtagung/03_Flyer_36_BuFaTa_Rotenburg_2018.pdf


Teilnahmebedingung: 

- Sie sind Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung

Einsendeschluss: 15.02.2018

- Die Freikarten werden am 16.02.2018 unter den Teilnehmern verlost

- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

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Rückblick 9. Beschaffungskongress der Krankenhäuser 2017

Das Event-Flaggschiff 2018: Jetzt anmelden zur 36. Bundesfachtagung der femak e.V.

Programm und Anmeldung: www.femak.de

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Nachlese 9. Beschaffungskongress der Krankenhäuser in Berlin

Am 6. und 7. Dezember 2017 in Berlin fand der 9. Beschaffungskongress der Krankenhäuser statt. Über 500 Teilnehmer nahmen teil. Krankenhaus-Einkäufer und Lieferanten präsentierten ihre Best Practices, innovative Lösungen und diskutierten über die Gegenwart und die Zukunft des Krankenhauseinkaufs und der Krankenhauslogistik. 

 

Die dominierenden Themen dieses Jahr waren: 

  1. Datenmanagement
  2. Schnittstellenmanagement
  3. Changemanagement (digitale Transformation)
  4. Sachkostensteuerung
  5. Internet der Dinge und Vernetzung 

Einheitlicher Tenor war, dass der Einkäufer in seiner Rolle als Schnittstellenmanager die große Chance habe sich intern als Wertschöpfungspartner zu positionieren. An der Schnittstelle zwischen IT, Medizincontrolling, Technik und Geschäftsführung könnte der Einkäufer das entsscheidende "Rad" sein, um die digitale Transformation zu schaffen.

 

Prof. Marquardt, IT Leiter Rhön Klinikum, provozierte mit der These, dass 80% der Kliniken die digitale Transformation nicht schaffen werden. Seiner Meinung nach müssten sich die Einkäufer zum Prozessmanager (Beschaffung UND Medizin) und IT-Fachmann wandeln. Ansonsten würden sie die "rote Karte" bekommen und vom Markt verschwinden.

 

Zahlreiche Lieferantenstimmen forderten die Einkäufer auf, als zentraler Akteur im Klinikum Chancen zur Sachkostenoptiierung und Erlössteigerung im Dialog mit den Anbietern zu diskutieren. Denn nur im Dialog und im gegenseitigem Verständnis der aktuellen Situation und der zukünftigen Planung könnten gemeinsam Potentiale identifiziert und passgenaue Lösungen angeboten werden.

 

Norbert Ruch, Bundesvorsitzender der femak, verteidigte die Einkäufer: "Einkäufer müssen indikationsgerechte Qualitätsdiskussionen mit den Ärzten führen und sich die Rückendeckung aus der Geschäftsführung einholen."

 

Martin Merkel, Leiter Einkauf edia.con, sieht den Einkäufer in der Pflicht sich medizinisch fortzubilden. Dazu könnte man zahlreiche Weiterbildungsangebote der Einkaufsgemeinschaften, Lieferanten oder femak wahrnehmen.  Seine These: "Nur wenn der Einkauf medizinisches Produktwissen und zugleich medizinisches Prozesswissen habe, könne er zum Game-Changer werden." 

 

Stefan Krojer, Leiter Wirtschaft und Versorgung St. Marien-Krankenhaus Berlin, zeigte einen Ausblick ins Jahr 2025.  Er zeigte konkrete Beispiele wie Bots, Cognitive Procurement und IoT bereits heute den Einkauf unterstütze kann. Wichtig sei dabei, heute die Hausaufgaben zu machen (Daten- und Prozessstandardisierung, Digitalisierung der eigenen Prozesse), um zukünftig Zeit zu haben und die technischen und prozessualen Anforderungen für die digitale Transformation des eigenenen Klinikums zu erfüllen. 

 

Zusammenfassung auf TWITTER #BKK17

Das Portal "Zukunft Krankenhaus-Einkauf"  hat die wichtigsten Beiträge in seinem Twitter Kanal www.twitter.com/KHEinkauf unter dem Hashtag #BKK17 zusammengefasst.

 

Wie ist Ihre Meinung? 

Welche Themen und Vorträge wären für Sie am interessantesten? Schreiben Sie uns. per Kommentar auf diesem Blog oder in unseren sozialen Medien

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Das Portal Zukunft Krankenhaus-Einkauf ist dieses Jahr Medienpartner des Beschaffungskongress der Krankenhäuser

Der Beschaffungskongress der Krankenhäuser findet am 6.  und 7. Dezember 2017 im Hotel de Rome in Berlin statt. Wir berichten live per Twitter #BKK17 und per Facebook.


Im Nachgang der Veranstaltung könnt ihr auf unserem YouTube Kanal Referentenstatements und Teilnehmerstimmen sehen. Natürlich gibt es wie bei uns gewohnt einen knackigen Kurzbericht im speedreading Format.


Zudem werden die Medien KMA, MWV medizinisch wissenschaftlicher Verlag und Medtech zwo über das Jahresevent für Krankenhaus Einkäufer und Logistiker berichten. 

9. Beschaffungskongress der Krankenhäuser

Am 6. und 7. Dezember 2017 findet der Beschaffungskongress der Krankenhäuser bereits zum 9. Mal statt und bringt erneut Einkaufsverantwortliche des Gesundheitswesens in  Berlin zusammen. Veranstalter ist die Wegweiser GmbH aus Berlin.

 

Der Kopf von "Zukunft Krankenhaus-Einkauf" (Stefan Krojer) wird diesmal als Diskutant und Redner mit dabei sein. Stefan Krojer wird Einblicke aus seiner Studie "Krankenhaus-Einkauf 2025" geben. Welche Trends gibt es bis ins Jahr 2025? Welche Technologietreiber werden den Krankenhauseinkauf verändern? Was muss der Einkäufer der Zukunft können? 

Der Beschaffungskongress der Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahren als Branchenereignis für Einkauf und Logistik in der Gesundheitsversorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz etabliert. Im Mittelpunkt stehen dabei nationale und internationale Entwicklungen und Trends sowie aktuelle Anforderungen an einen strategischen Krankenhauseinkauf. Der Kongress führt rund 500 Experten aus Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik, Wissenschaft, Industrie und Beratung zusammen, um gemeinsam Optimierungspotenziale für den Einkauf zu erarbeiten.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite des Veranstalters.

 

femak mit eigenem Stand und Workshop

Treffen Sie die femak auf dem Kongress am Stand oder beim Workshop am 7.12.2017. 

      

2. Treffen der XING-Mitglieder Gruppe "Krankenhaus-Einkauf"

am 06.12.2017, 19 Uhr im Augustiner Bräu Berlin (Gandarmenmarkt)

Weitere Informationen und Anmeldung siehe XING-Event oder kontakt@zukunft-krankenhaus-einkauf.de. 

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Wer ist der "Steve Jobs" des Krankenhaus-Einkauf?

Quelle: Prospitalia 


Es ist wieder soweit – die Prospitalia vergibt den Best Practice Award 2018 für den Bereich „Einkauf und Logistik im Krankenhaus“. Die Initiative "Zukunft Krankenhaus-Einkauf" unterstützt diesen Award. Denn Wissen teilen und Innovationen fördern ist auch Teil unserer Mission. 


Fortwährend wird im Klinikbereich Einkauf und Logistik an der Modernisierung und Optimierung unterschiedlichster Abläufe gearbeitet. Die Digitalisierung ist in aller Munde und bereits heute eine Vielzahl an neuer Angebote und Hilfsmittel, die jedoch auf dem Prüfstand stehen. Der Prospitalia liegt es am Herzen, unter ihren Vertragskliniken innovative Strukturen und Prozesse zu fördern und den Wissenstransfer in diesem Bereich zu unterstützen.


Die Jury bestehend aus Vertretern aus dem Klinikeinkauf, der Wirtschaft und der Wissenschaft bewerten die Best Practice Einreichungen und wählen die drei besten Konzepte aus.


Den Gewinnern winken zweckgebundene Preisgelder für das Weiterbildungsbudget der Abteilung:


    Preis: 5.000 EUR

    Preis: 3.000 EUR

    Preis: 1.000 EUR


3-mal wurde der Award bereits verliehen. Die Auszeichnung findet im festlichen Rahmen der Abendveranstaltung des Prospitalia Jahreskongresses vor einem ca. 600köpfigen Publikum statt. Ausführlich wird das Gewinnerprojekt in der KMA, dem Gesundheitswirtschaftsmagazin des Thieme Verlags, publiziert.


Voraussetzung zur Teilnahme am Best Practice Award ist, dass das Best Practice Projekt bereits in der Einrichtung umgesetzt wurde. Teilnahmeschluss ist der 28.02.2018.     

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Patientensicherheit erhöhen - femak Seminar am 27.9.2017

femak - Fachverband der Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus
femak - Fachverband der Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus
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Das femak-Symposium "Digitalisierung - Der Patient im Netzwerk“

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9. Beschaffungskongress der Krankenhäuser 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9. BESCHAFFUNGSKONGRESS DER KRANKENHÄUSER

 

Am 06. und 07. Dezember 2017 findet der Beschaffungskongress der Krankenhäuser bereits zum 9. Mal statt.

Der Beschaffungskongress der Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahren als das Ereignis für Einkauf und Logistik in der Gesundheitsversorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz etabliert. Im Mittelpunkt stehen dabei nationale und internationale Entwicklungen und Trends sowie aktuelle Anforderungen an einen strategischen Krankenhauseinkauf. Der Kongress führt rund 500 Experten aus Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik, Wissenschaft, Industrie und Beratung zusammen, um gemeinsam Optimierungspotenziale für den Einkauf zu erarbeiten.

  • Jährlich über 500 Teilnehmer aus Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik,
    Wissenschaft, Industrie und Beratung

  • hochkarätige Keynotes, kontroverse Podiumsdiskussionen und interaktive Formate

  • Konsequente thematische Verzahnung von Strategie, Management und praktischer Anwendung (Best-Practice)

  • aktuelle nationale und internationale Trends zu Einkauf, Logistik & IT im Krankenhaus

  • begleitende Fachausstellung mit praxisnahen Lösungen und innovativen Produkten

ZUM PROGRAMM

eCommerce-Konferenz: Neue Anforderungen durch UDI-Pflicht und elektronische Rechnungen

(Quelle: BVMed) Die Digitalisierung bringt auch neue Pflichten für die Hersteller von Medizinprodukten. Mit den UDI-Pflichten zur standardisierten Kennzeichnung der Produkte kommen insbesondere auf die kleinen und mittelständischen Medizinprodukteunternehmen große Herausforderungen durch neue regulatorische Anforderungen zu. Zudem werden Anforderungen an die elektronische Rechnung und das elektronische Auftragswesen verbindlich. Das verdeutlichten die Experten der 19. eCommerce-Konferenz von MedInform mit dem Titel "Gesetzliche Vorgaben beim eCommerce - ein Segen?" am 21. Februar 2017 in Düsseldorf. MedInform ist der Informations- und Seminarservice des BVMed.

 

Seit vielen Jahren engagieren sich Vertreter von Krankenhäusern, Herstellern und Dienstleistern, um die Potenziale des eCommerce auszuschöpfen: für rasche und zuverlässige Prozesse, Transparenz, Senkung der Kosten und letztlich ein Mehr an Patientensicherheit. Standards sind gesetzt, Empfehlungen wurden veröffentlicht. Aber der Gewinn dieser Maßnahmen zeigt sich noch immer schleppend, bemängelte BVMed-Expertin Elke Vogt. Deshalb wird nun verschiedenen Gesetzgebungsbereichen ein besonderes Augenmerk geschenkt, da sie zu einer konsequenten und einheitlichen Umsetzung elektronischer Prozesse beitragen könnten. Dazu gehöre das Thema der maschinenlesbaren Identifizierung von Produkten, das die neue europäische Medizinprodukte-Verordnung mit der einmaligen Kennzeichnung (UDI) verpflichtend einführe. Weitere Themen der Konferenz waren die rasche Datenerfassung bei OP-Sets, RFID im Krankenhaus, das Vergaberecht im Gesundheitssektor in der EU, die Medizinprodukte-Logistik sowie ein Ausblick auf das Krankenhaus 4.0.

 

Holger Clobes, Head of Global eCommerce and Auto ID bei B. Braun, führte in die Bedeutung von Big Data für die Gesundheitswirtschaft ein. "Am Digitalisierungs-Trend kommt in der MedTech-Branche niemand vorbei, auch wenn der Gesundheitsbereich gegenüber anderen Branchen eher noch Rückstand hat", so Clobes. Zum Megatrend Digitalisierung gehören neben Big Data ebenso wie medizinische Apps, Cloud-Lösungen, die Entwicklung einer IT-Infrastruktur, 3D-Druck, verbundene Produkte, tragbare Geräte, Telemedizin, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sowie Sensoren. Valide Daten seien noch immer das meist unterschätzte Thema in den Unternehmen, so Clobes. Die Herausforderung von Big Data sei, Daten zu sammeln, zu verknüpfen und zu analysieren. Die Technik sei hier nicht die größte Herausforderung, sondern die Organisation der Daten. Die Quantität der Daten ersetze dabei nicht die Qualität der Daten, so Clobes. Mit "Big Data" werde auch das Thema "individuelle Medizin" kommen, beispielsweise durch eine individuelle Unikatfertigung, also das Implantat aus dem 3D-Drucker. Einer besonderen Diskussion bedürfe die Frage, ob auch die produktbegleitenden Informationen aus dem eCommerce als Big Data für weitere Zwecke nutzbar gemacht werden könnten. Voraussetzung für die Einführung und Verbreitung von Big Data sei die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen wie Datenschutz und IT-Sicherheit an die veränderten Bedingungen. Viele Daten-Herausforderungen kommen zudem über neue regulatorische Anforderungen, beispielsweise durch die verpflichtende UDI-Einführung. Medizinprodukte-Hersteller stehen zudem vor der Herausforderung, dass Daten-Giganten wie Google, Apple oder Microsoft in die medizinische Versorgung drängen. Hier müssen die Unternehmen eine Strategie finden - durch Übernahmen, Kooperationen oder neue Geschäftsmodelle.

 

Volker Zeinar, Global Coordinator Auto-ID Affairs bei B. Braun, beschrieb die wesentlichen Anforderungen an die Hersteller von Medizinprodukten durch die Anwendung des Unique Device Identification Systems (UDI), also die standardisierte Kennzeichnung der Medizinprodukte mit einer einmaligen Produktnummer. Das UDI-System ist in den USA bereits Pflicht und wird in Europa durch die neue Medizinprodukte-Verordnung (Medical Device Regulation - MDR) eingeführt. Für die eindeutige Identifizierung und erleichterte Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten wird eine einmalige Produkt- (UDI-DI) und Herstellungskennung (UDI-PI) vergeben, bevor ein Produkt in Verkehr gebracht wird. Die Kennung muss auf der Verpackung bzw. dem Produkt selbst maschinenlesbar und in Klarschrift aufgebracht werden. Zudem müssen weitere Daten zum Produkt in die europäische UDI-Datenbank eingespeist werden, um das Produkt identifizieren und charakterisieren zu können. Die UDI-Datenbank ist Teil der EUDAMED-Datenbank. UDI soll damit auch für die Meldung schwerwiegender Vorkommnisse und Sicherheitskorrekturmaßnahmen im Markt wie Rückrufe verwendet werden. UDI wird zudem Teil der technischen Dokumentation im Rahmen der Konformitätserklärung. Die UDI-Einführung steht und fällt mit der EUDAMED-Datenbank, die von der EU-Kommission selbst aufgebaut wird. Ab Sommer 2018 sollen die technischen Spezifikationen für die EUDAMED-Datenbank vorliegen. Die MDR wird nach der voraussichtlichen Verabschiedung im Sommer 2017 nach einer dreijährigen Übergangszeit ab Sommer 2020 angewendet werden müssen. Die UDI-Einführung erfolgt stufenweise. Für Klasse 3-Medizinprodukte und Implantate muss die Kennzeichnung ab Sommer 2021 umgesetzt sein. Die Klassen 2a und b folgen im Sommer 2023, Klasse 1 im Sommer 2025. Die Erfahrungen aus der UDI-Implementierung in den USA zeigen, dass ausreichend Zeit für die Einführung eingeplant werden muss. "Die Implementierungszeit für Label, Daten und Prozesse wurde häufig unterschätzt", so Zeinar. Sein Appell an die Unternehmen: "Die UDI-Implementierung ist sehr komplex, sie sollten sehr früh damit beginnen. UDI ist dabei kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern eine permanente Aufgabe."

 

Olaf Berse, Vorstand der Clinicpartner eG, ging auf die Standardisierung von OP-Sets ein. Clinicpartner kümmert sich um den strategischen Einkauf von 170 Krankenhausbetriebsstätten und mehr als 280 Pflege- und sonstigen Einrichtungen mit einem Jahreseinkaufsvolumen von derzeit rund 1,3 Milliarden Euro. Nach erfolgreicher Standardisierung der OP-Abdeckungen auf einen Lieferanten über die gesamte Einkaufsgemeinschaft sollte als nächster Schritt die Einführung von OP-Sets als Mittel zur Prozess- und Kostenoptimierung umgesetzt werden. Ziel war zunächst die Einführung von Standard-OP-Sets für alle Einrichtungen. Das war aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen nicht zu realisieren. Das neue Ziel lautete daher die "Einführung von OP-Sets unter der Maßgabe der individuellen Standardisierung", so Berse. Hierzu wurden nicht die OP-Sets standardisiert, sondern die auswählbaren Komponenten eines OP-Sets auf die Vertragsprodukte der Clinicpartner eG vereinheitlicht. Daraus wurde eine Masterliste zur Auswahl der benötigten Komponenten mit rund 1.000 Artikeln entwickelt. Zur Konfiguration der OP-Sets wurde ein Online-Tool eingesetzt. Ein weiteres Ziel ist die beschleunigte Datenerfassung. Bislang erfolgte die Erfassung der eingesetzten Produkte manuell durch ein Einzelscannen der benötigten Artikel. Die Herausforderung ist dabei laut Berse, dass es derzeit keine standardisierte Vorgabe für die Art des Barcodes gibt. Nach Einführung der OP-Sets werden die Chargen der in den OP-Sets integrierten Einzelartikel durch den Set-Hersteller verwaltet. Das OP-Set erhält eine eigene Charge mit einem Barcode, von der alle inhaltlich vorhandenen Einzelchargen eruiert werden können. In Zukunft sollen alle benötigten Produkte vom Aufnahmebogen bis zum Entlassungsbrief des Patienten durch "indikationsbezogene Patienten-Trays" standardisiert werden, so Berse.

 

RFID-Anwendungen im Krankenhaus beleuchtete Reinhard Jurisch, Geschäftsführer des Technologie-Dienstleisters microsensys GmbH. "Radio-Frequency Identification" (RFID) bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten mit Radiowellen. Anwendungsbeispiele im Krankenhaus sind beispielsweise die Kennzeichnung von OP-Bestecken, die Überwachung von Reinigungsprozessen, RFID in der Gerätetechnik oder die Kennzeichnung von Proben im Laborbereich. Eine innovative Anwendung in der Medizintechnik ist ein passiver Transponder als Implantat zur Messung des Gehirndrucks und der Gehirntemperatur, der erst zur Messung und Datenübertragung aktiviert wird.

 

Einen Überblick über das Vergaberecht im Gesundheitssektor in Europa und Anforderungen an elektronische Kommunikation bei öffentlichen Aufträgen gab An Baeyens von der Europäischen Kommission. Europaweit gibt es eine Vielzahl von öffentlichen Auftraggebern wie Krankenhäuser, Gesundheitsministerien, Gemeinden und regionale Behörden, Krankenkassen oder zentrale Einkaufstellen bzw. Einkaufsgemeinschaften. Wichtigstes Auswahlkriterium ist insbesondere in Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland der niedrigste Preis. Das wirtschaftlich günstigste Angebot kommt vor allem in Irland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien zum Tragen. Deutschland liegt hier im Mittelfeld. Festzustellen sei ein europaweiter Trend zur Bündelung auf der Nachfrageebene, um Synergievorteile zu nutzen und Einsparungen zu erzielen. Damit gehen Nachteile für die Lieferanten und für die Innovationsfähigkeit einher. Insbesondere in Deutschland, Belgien, Finnland, Dänemark und Frankreich spielen die Einkaufsgemeinschaften eine große Rolle. Die größten Probleme bei Ausschreibungen gebe es mit der Nicht-Anwendung von Vergaberegeln. Die EU-Kommission unterstützt deshalb verschiedene Maßnahmen zur Professionalisierung von Ausschreibungen und deren technische Spezifikationen.

 

Das E-Rechnungs-Gesetz des Bundes stellte Dr. Stefan Werres, Projektleiter eRechnung im Bundesinnenministerium, vor. Grundlage ist die EU-Richtlinie vom Mai 2014 (2014/55/EU), die alle öffentlichen Auftraggeber verpflichtet, elektronische Rechnungen zu empfangen und weiterzuverarbeiten. Für Herbst 2017 steht die Veröffentlichung einer europäischen Norm durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) an. Sie wird ein semantisches Datenmodell für die Kernelemente einer elektronischen Rechnung enthalten. Die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie wird in Deutschland in diesen Tagen durch das E-Rechnungs-Gesetz vollzogen. Danach soll die reine Abbildung einer Papierrechnung, beispielsweise ein PDF-Dokument, nicht als elektronische Rechnung anerkannt werden, da sie keine strukturierten Daten enthält. Operative Details wird eine Rechtsverordnung regeln. Die Vorgaben beziehen sich auf die drei Prozessschritte: Rechnungseingang, -freigabe sowie -archivierung. Die Herstellung von Interoperabilität bei den zum Einsatz kommenden unterschiedlichen technischen Ebenen erfolgt durch den Verweis auf einen nationalen Verwaltungsstandard "XRechnung". Für zentrale öffentliche Auftraggeber wird die Verpflichtung Anfang 2018 starten, 18 Monate nach der Bekanntgabe der CEN-Norm: Für dezentrale Auftraggeber wie öffentliche Krankenhäuser gilt die Regelung ab dem Jahr 2019.

 

Die Standards und Formate der elektronischen Rechnung in der Wirtschaft beleuchtete Rolf Wessel, IT-Produktmanager E-Invoicing bei der Seeburger AG. Derzeit bestehen verschiedene eInvoice-Lösungen, beispielsweise das Hybridmodell des Forums eStandards im BVMed. Das europäische Normungsgremium CEN wird in den nächsten Monaten ein europäisches Kernformat für elektronische Rechnungen entwickeln. Aus der Vielzahl möglicher Syntaxen werden möglicherweise nur zwei in den Standard aufgenommen. Lieferanten können dann eines der EU-Formate nutzen, um ihre Kunden in ganz Europa zu bedienen. Durch Integrationssysteme wird aus den verschiedenen Formaten der Lieferantenrechnung ein strukturierter Datensatz plus Bild nach der EU-Vorgabe generiert. Mit der eRechnung befindet man sich aber am Ende des Bestellprozesses (Order Cycle). Wessel empfiehlt deshalb den ganzheitlichen Ansatz, der mit sauberen Stammdaten und einer elektronischen Bestellung beginnt.

 

Prozessoptimierungen durch ein gemeinsames Logistikprojekt stellten Rüdiger Forster von Johnson & Johnson Medical, Oliver Püthe von GS1 Germany und Hansgeorg Lohl vom Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP) vor. Durch den Einsatz von GS1-Standards im Healthcare-Transportbereich seien Prozessoptimierung und Interoperabilität erreichbar. Produktivitätsgewinne seien dabei vor allem beim Wareneingang in den Kliniken möglich, wenn die Medienbrüche durch die Nutzung von Standards beseitigt werden, so Forster. GS1-Experte Püthe wies darauf hin, dass kaum eine Branche so stark wächst wie die Paketbranche. In den letzten fünf Jahren ist der Markt um 25 Prozent gestiegen. Start-ups sind in diesem Bereich sehr erfolgreich, weil sie Servicelücken der etablierten Unternehmen schließen. Die Initiative von GS1 will einen offenen Identifikationsstandard auf allen Paketsendungen weltweit etablieren. Bei der Deutschen Post ist das SSCC-Format von GS1 bereits heute Standard. Das soll nun durch eine CEN-Empfehlung in Kürze auf eine breitere Basis gestellt werden. Die Umsetzung funktioniert aber nur, wenn die Lieferanten bei ihren Logistikdienstleistern auf dem Standard bestehen, so Püthe. Diesem Ziel ist der BdKEP verpflichtet: "Der Datenbruch kann durch die Nutzung einer standardisierten Sendungsnummer durch die KEP-Dienstleister vermieden werden", so Lohl. Ziel der AG Healthcare Logistik des BVMed ist es, den Transporteuren diesen einheitlichen Standard vorzugeben, so Forster abschließend.

 

Prof. Dr. Wolfgang Deiters von der Bochumer Hochschule für Gesundheit, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund, schilderte Anwendungsbeispiele zum Krankenhaus 4.0. Die Digitalisierung sei dabei nicht nur ein Treiber für Prozessoptimierungen, sondern auch für neue Geschäftsmodelle. Cyber-Physische Systeme (CPS), also smarte Objekte, die sich über offene Informationsnetze verknüpfen, sind die "Dampfmaschine der Industrie 4.0", so Deiters. Industrie 4.0 steht damit für das Internet der Dinge, für sich selbst steuernde Objekte. Sie ermöglichen eine dezentrale Steuerung beispielsweise von Prozessen in der Klinik, um das "humanitäre Krankenhaus" als Ziel besser zu realisieren. Als Praxisbeispiel stelle Deiters das "Det Nye Universitetshospital i Aarhus" in Dänemark vor. Es handelt sich dabei um eines von fünf Neubauten in Dänemark. Zum modernen Krankenhaus 4.0 gehören neue "Just-in-time" Logistik-Versorgungsprozesse. Dänemark setzt dabei stark auf das Thema Digitalisierung und Prozesssteuerung. Zu den prozessunterstützenden Systemen gehört, dass alle "Objekte" auf Basis einer Tracking- und Tracing-Infrastruktur mit RFID lokalisiert werden - nicht nur Betten, sondern auch Ärzte und Pfleger. Bestandteil der klinischen Logistik ist die Stationssteuerung über Touchscreens mit klinischen Pfaden für die Patienten und einem Task Management über mobile Endgeräte für das medizinische Personal. Zur Service-Logistik gehören intelligente Systeme für Wäsche-, Essen- oder Arzneimittel-Container, die von sich aus Tasks generieren und darüber die Prozesse steuern. Auf der Basis der generierten Daten können dann zudem Analysen gefahren werden, um die Prozesse zur Patientenversorgung zu optimieren. Deiters' Fazit: "Daten sind das neue Öl. Die Datenintegration und -vernetzung schafft die Grundlage für durchgängige Behandlungen und ein medizinisches Wissensmanagement. Intelligente Dienste und Prozesse können zu Transparenz und Effizienzsteigerung beitragen."

 

 

Quelle: 

BVMed - Bundesverband Medizintechnologie e.V.

Berlin / Düsseldorf, 22.02.2017

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Datensammler entlang des Patientenpfads

 Kevin Downs, NHS Director of Finance and Performance
Kevin Downs, NHS Director of Finance and Performance

Datensammler entlang des Patientenpfads 

Kevin Downs, CFO einer englischen NHS Klinik, stellte seine Standardisierungs- und Digitalisierunginitiativen vor. Downs setze in seiner Klinik auf den GS1 Standard in Kombination mit dem Scannersystem "Scansafety" (mehr unter http://www.scan4safety.nhs.uk/). Er nannte Projektbeispiele in den Produktbereichen Jaw Plates und Screw Packs. Gerade im OP und der ZSVA ließen sich durch intelligentes Packen von Materialien Kosten sparen. Es läge aber nicht allein am Material, Kosten zu sparen. Downs beschrieb, dass die Operateure unterschiedliche Sachkosten für das eingesetzte chirurgische Verbrauchsmaterial realisieren würden, obwohl sie die gleichen Eingriffe, Erlöse und Schnitt-Nath Zeiten hätten. Das strikte Scannen von Patient, Personal und Material ermögliche eine Ursachenanalyse. 

 

Denn nur wenn alle verwendete Ressourcen erfasst werden würden, könne ein genaues Bild von Kosten und Leistung erstellt werden. So werde durch das umfassende Scannen der komplette Patientenpfad transparent gemacht.  Niedrigpreisige Artikel werden in Kit Packs zusammengestellt und dann gescannt, um alle Materialkosten im Blick zu haben. Zudem stellt Downs durch den Einsatz der UDI sicher, dass Produkte bei Rückrufen schnell identifiziert würden. Alle gesammelten Informationen stelle die Klinik in einem "Clinical Management Information" System allen relevanten Stakeholden zur Verfügung. Abschließend stellte Downs das Europäische Standardisierungsprojekt "PEPPOL" vor (mehr siehe https://www.slideshare.net/mobile/GerClancy/peppol-berblick-fr-deutschland). Pan-European Public Procurement OnLine (PEPPOL) ist ein internationales Projekt mit dem Ziel der Standardisierung grenzüberschreitender elektronisch-unterstützter öffentlicher Vergabevzurerfahren innerhalb der Europäischen Union.

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Einkaufs- und Datenmanagement für Kliniken erfolgreich gestalten

Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart
Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart

Der Einkauf muss sich digital transformieren, um die Herausforderungen der nächsten 10 Jahre zu meistern. Dies ist das Fazit des Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart. Vom 03.-04. April 2017 trafen sich über 600 Teilnehmer aus Krankenhaus, Apotheke und Industrie, um über die Zukunft des Klinikeinkaufs zu diskutieren. Die Tagung stand unter dem Motto "Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Chancen und Herausforderungen aus Sicht des Einkaufs". 

Markus Wild, Geschäftsführer Prospitalia
Markus Wild, Geschäftsführer Prospitalia

Datenmanagement ist Erfolgsfaktor der Zukunft 

Markus Wild, Geschäftsführer der Prospitalia GmbH begrüßte die Teilnehmer und betonte in seiner Einführungsrede die wachsende Bedeutung der Digitalisierung. Datenmanagement sei ein zentrales Zukunftsthema. Dabei ginge es ihm nicht nur um Artikelstammdaten, sondern um die sinnvolle Verknüpfung aller vorhandenen Daten im Klinikum wie Materialbewegungsdaten oder Controllingdaten. Die Einkaufsgemeinschaft Prospitalia entwickle derzeit das bestehende Artikelinformationssystem (AIS) zum Supply-Chain-Cockpit aus. Oft würden sich die Kliniken fragen, wie sich die Erlöse zu den Kosten entwickeln würden. Auf diese Frage könne das Cockpit eine Antwort geben, indem es Leistungsdaten der Klinik mit Kostendaten verknüpfe. Für das Vertragsmanagement biete die Prospitalia ebenfalls eine Lösung an. Das System der Firma Optimal Systems sei im Supply-Chain-Cockpit integriert. Ebenfalls eingebettet in das Cockpit sei das Auswertungstool der Firma Click Sense. Angeschlossen würden die Kliniken per direkter Mawi-Schnittstelle oder per Rechnungsdigitalisierung. 

 

Barcodes noch verbesserungswürdig 

Die Prospitalia hilft ihren Mitgliedern dabei, Innovationsprojekte und Technologiepartnerschaften zu initiieren und zu begleiten. Zunächst werden gemeinsam mit den Kliniken Ziele und Strategien definiert.

Die Basis der Digitalisierung müsse allerdings stimmen. So sei oft noch ein falscher Barcode auf den Produkten oder zwei unterschiedliche Barcodes für ein und denselben Artikel, weil die Produkte aus zwei unterschiedlichen Ländern kämen. Wenn die Basis nicht stimme, dann bräuchte man über die folgenden Prozesse erst gar nicht mehr sprechen. 

 

2,2 Milliarden Einkaufsvolumen

Michael Lange, Leiter Key Account Management der Prospitalia, skizzierte die positive Mitgliederentwicklung für das Jahr 2016. Insgesamt seien 711 Senioren- und Rehaeinrichtungen, 534 Akutkliniken, 22 Maximalversorger und 8 Unikliniken Mitglied bei der Prospitalia mit mehr als 190.000 Betten. Die Einrichtungen könnten derzeit auf 745.000 verhandelte Artikel zugreifen. Das Einkaufsvolumen beträgt 2,2 Milliarden Euro, so Lange.  

 

Konsolidierung der Medizintechnikanbieter 

Karin Gensow, Leiterin Einkauf Prospitalia, stellte das Einkaufsteam der Prospitalia vor. Das Team des strategischen Einkaufs wurde auf insgesamt 30 Mitarbeiter vergrößert, um der wachsenden Bedeutung des Vergaberechts Rechnung zu tragen. Gensow berichtete, dass Deutschland im europäischen Vergleich sehr wenige Ausschreibungen realisieren würde, weshalb derzeit die Vergabepraxis der deutschen Kliniken von der EU-Kommission untersucht werde. Gensow informierte die Mitglieder über neue Lieferantenlistungen und aktuelle Fusionen gelisteter Partner. Derzeit vollziehe sich eine Konsolidierung am Medizintechnikmarkt. Durch den Zukauf der Einkaufsgemeinschaft Comparatio im März 2017 sei die Prospitalia aber für die Zukunft gut gerüstet und könne selbst eine hohe Marktmacht den Lieferanten entgegenstellen. Aktuell sind laut Gensow 400 Vertragslieferanten gelistet. 

 

Aesculap ist Lieferant des Jahres 2016

Im Rahmen der Abendveranstaltung des Prospitalia Jahreskongresses wurde die Fa. Aesculap zum Lieferanten des Jahres 2016 gekürt (Gesamtnote 1,934). Der deutsche Anbieter für Endoprothetik, Nathmaterial und chirurgische Instrumente überzeugte die Mitglieder der Prospitalia vor allem beim Service, bei der Qualität der Produkte und bei der Erreichbarkeit des Innendiensts. Die Plätze zwei und drei gingen an Sarstedt und Paul Hartmann. Die Plätze vier und fünf belegten Lohmann & Rauscher und B.Braun. Insgesamt wurden bei der Lieferantenbewertung 51 Medikallieferanten von den Mitgliedern der Prospitalia anhand von 14 Kriterien bewertet. 

 

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Die Zukunft des Gesundheitswesens: eine Mischung aus IT und Medical-Food

Sven Gábor Jánszky, Zukunftsforscher und Direktor 2b AHEAD Think Tanks
Sven Gábor Jánszky, Zukunftsforscher und Direktor 2b AHEAD Think Tanks

Sven Gábor Jánszky, Direktor 2b AHEAD Think Tanks, ist einer der renommiertesten Zukunftsforscher Europas (http://www.2bahead.com/tv/). Jánszky sprach am 04.04.2017 im Rahmen des Prospitalia Jahreskongresses vor über 400 begeisterten Zuschauern in Stuttgart. Die Tagung für Krankenhauseinkäufer stand unter der Motto "Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Lösungen aus Sicht des Einkaufs".

 

Das Gesundheitswesen ist die Branche, die sich im Rahmen der Digitalisierung am meisten wandeln werde, führte Jánszky ein.  Die Zukunft der Kliniken werde aber nicht aus den Kliniken selbst entwickelt, so Jánszky. Vielmehr werde sie von außen, den Patienten und den IT-Firmen vorangetrieben. Um die Zukunft zu erfragen, muss der Zukunftsforscher deshalb Personen aus diesen Branchen befragen. Zukunftstreiber sind laut Jánszky Unternehmen wie Google, IBM oder Qualcomm. Die Entwicklung der Digitalisierung wird exponentiell steigen. Derzeit verdoppelt sich alle 18-24 Monate die Rechenleistung eines PCs. Die gegenteilige Entwicklung kann man bei der Nutzungsdauer von Handys und Medizinischen Geräten beobachten. Diese werden immer kürzer und Geräte seien bereits nach 2 bis 3 Jahren veraltet.  

 

Digitalisierungsstrategien sind gefährlich 

Jánszky behauptete, dass alle digitalen Strategien der Unternehmen für das Jahr 2025 falsch seien. Diese Erkenntnis müssten die Manager aber erst einmal gewinnen. Es sei zwar durchaus sinnvoll eine Digitalisierungsstrategie für sein Unternehmen und den Einkauf aufzustellen, jedoch ist die Entwicklung in den nächsten Jahren so exponentiell, dass im Jahr 2025 alles wieder anders sein würde, als vorher angenommen. Deshalb könnte man keine Strategie aufstellen, die einen Zeitraum länger als fünf Jahre umfasst. Die Strategie muss ständig angepasst werden, so Jánszky. Als Beispiel für die exponentielle Entwicklung nannte er das iPhone 1. Dies wurde vor genau 10 Jahren auf den Markt gebracht. Damals lag die Zustimmung der Bevölkerung zur täglichen Verwendung des Handys und eines Touchscreens unter 2 Prozent. Heute hält jeder das iPhone für das normalste auf der Welt. Wir empfinden Regelbrüche, die wir vorher als Spinnerei abgetan haben, im Nachhinein als normal, betonte Jánszky. 

 

IBMs Watson im Handy 

Eric Brown, Director IBM Watson, veröffentlichte bereits im Jahr 2016 eine kostenlose Watson-Testversion für Studenten, so Jánszky. Jánszky Prognose: Im Jahr 2025 erledigen Studenten ihre Excel Arbeiten nur noch mit einem integrierten Watson-Algorithmus. Künstliche Intelligenz wird zur normalsten Sache der Welt werden. Jánszky prognostiziert eine spannende Entwicklung im Bereich Kundenservice und Call-Center: Watson könnte ab 2025 80% der eingehenden Anrufe thematisch voraussagen. Und zwar bevor der Anruf überhaupt beim Call-Center eingeht. Jánszky nannte ein Beispiel: Herr Musterman hat wahrscheinlich ein Problem "XY". Zu seinem Problem passt wahrscheinlich die Lösung "XY", berechnet Watson. In drei Jahren werde jeder Mensch eine mobile Watson-Version in seinem Smartphone mittragen. Watson werde in drei Jahren Krebs besser erkennen als Menschen. Der Chinesischer Computer "Quantum Physics" hat zu Watson bereits aufgeschlossen., meint Jánszky. Die Entwicklung geht rasant weiter. Wir würden an der Schwelle zum Zeitalter des Quanten-Computer stehen, so Jánszky. Die kognitive Intelligenz, also die Denkgeschwindigkeit, die Fähigkeit Strategien zu bilden oder Verhandlungen zu führen, wird im Jahr 2057 vom Computer endgültig besser ausgeführt werden als vom Menschen, prognostiziert Jánszky.  

 

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Klinikeinkäufer rüsten sich für die Zukunft

Die 35. Bundesfachtagung der femak (Fachverband für Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus e.V.) fand am 13. und 14. März 2017 in Rotenburg statt. Das Motto der diesjährigen Tagung lautete "Kompetenzzentrum Krankenhauseinkauf - sozial, digital … Und wie geht es weiter?".  Zwölf interessante Vorträge informierten über 160 Teilnehmer über aktuelle Trends und erfolgreich umgesetzte Projekte aus dem Krankenhaus-Einkauf.  

Innere Qualität  

Prof. Dr. Kuno Rechkemmer vom Stuttgarter CGIFOS Institut sieht für die Zukunft die "Innere Qualität" und das "Empowerment" als Megatrend in deutschen Kliniken.  In­ne­re Qua­li­tätig bedeute die Qua­li­tät des Ver­hal­tens der Be­schäf­ti­gen ge­mes­sen an den Vor­ga­ben zu Wert­hal­tun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen (Kun­den­ori­en­tie­rung, Wirt­schaft­li­cher Um­gang mit Res­sour­cen, Füh­rung etc.). Ei­ne gu­te In­ne­re Qua­li­tät sei für die Qua­li­tät und den Er­folg von Kliniken von ho­her, kaum zu über­schät­zen­der Re­le­vanz. Selbst bes­te Struk­tu­ren und Pro­zes­sblau­pau­sen nut­zen we­nig, wenn die In­ne­re Qua­li­tät nicht stimmt. Das Kon­zept der In­ne­ren Qua­li­tät führe zu ei­nem neu­en Ver­ständ­nis der Qua­li­tät und da­mit auch des Ma­nage­ments von Or­ga­ni­sa­tio­nen. Das bis­lang vor­nehm­lich auf die Äu­ße­re Qua­li­tät (Struk­tu­ren, Pro­zes­se, Er­geb­nis­se) kon­zen­trier­te Den­ken und Han­deln wird um ei­ne zwei­te Grund­di­men­si­on er­wei­tert – eben die In­ne­re Qua­li­tät. Prof. Rechkemmers These ist, dass der Einkauf sich nur weiterentwickeln könne, wenn das Verhalten der Menschen gemessen und optimiert werde. Dadurch liese sich die Interne Qualität des Einkaufs verbessern. Die Ver­ant­wor­tungs­trä­ger im Einkauf wer­den nicht an­ge­mes­sen in der Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben un­ter­stützt. Her­kömm­li­che An­sät­ze ent­spre­chen nicht den An­for­de­run­gen, seien teils so­gar fehl­lei­tend und kon­tra­pro­duk­tiv. Zum einen geht bei Innerer Qualität des Einkaufs um die Qualität der Zusammenarbeit und der Aufgabenerfüllung. Am Rande vielleicht auch um die Optimierung der Compliance und Minimierung von Betrug. Noch wichtiger erscheint Rechkemmer, dass es der Einkauf mit in der Hand hat, bisherige Fehlleitungen zu korrigieren. Ein Beispiel seien die Kosten  für Kommunikationstrainings, Coachings, BGM-Massnahmen, Diversifizierungsmanagement, Soft-Fächer in der Aus- und Fortbildung. Wie wird der Return kontrolliert beziehungsweise gemessen? Hier könnte der Einkauf klare Vorgaben machen (Organisationsrichtlinie etc.). 

Sein Er­geb­nis: Die Zie­le wer­den trotz ho­hen Auf­wands oft nicht er­reicht. Hier setze das Konzept Management der Inneren Qualität an (MIQ). Die Interne Qualität sei zentrale Voraussetzung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. 

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Digitalisierung auf dem Vormarsch - Beschaffungskongress der Krankenhäuser am 8.12.2017 in Berlin

Quelle: Wegweiser, Berlin
Quelle: Wegweiser, Berlin

Beim Beschaffungskongress der Krankenhäuser am 8.12.2016 in Berlin stand des Thema Digitalisierung des Klinikeinkaufs im Vordergrund. 


Kliniken, Lieferanten, Logistiker und Einkaufsgemeinschaften stellten Lösungsansätze vor. 


Die Einkaufsgemeinschaft Prospitalia stellte ihre neuen Services für Mitglieder vor. Markus Wild, Geschäftsführer Prospitalia GmbH, skizzierte in seinem Vortrag "IT-Entwicklungen – Krankenhauseinkauf der Zukunft" den Einkaufsdienstleister als IT-Lösungsanbieter. Basis aller intelligenten Lösungen sei die Fokussierung auf Stammdatenqualität. Im zweiten Schritt könne die Nutzung von Bewegungsdaten zur die Optimierung des Einkaufs beitragen. Durch digitalisierte Rechnungsdokumente sollen weitere Aktionen automatisch ausgelöst wie zum Beispiel die Veredelung mit GTIN Nummern oder das Vorkodieren von OP-Prozeduren bishin zum automatischen Vorschlag einer DRG. Dadurch steigen der Klinikeinkauf zum Wertschöpfungspartner auf und generieren einen klinischen Nutzen durch Digitalisierung. 


Die Prospitalia will ihren Mitgliedern im Jahr 2017 noch weitere digitale Services anbieten:

- BI Tool: Standardreports und Analysen (z.B. ABC, eClass) 

- Neues Artikelinformationssystem (Cockpit): Datenimport / Datenveredelung der Kliniken und Verknüpfung von Stamm- und Bewegungsdaten 

- ECM: Enterprise Content Management System - Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Fachverfahren zum Beispiel Vertragsmanagement, Revisionssicheres Archiv, Abbildung von Workflows 

- Lieferantenbewertung 

- Klinikbenchmarks

- Automatisierung der Klinikumsatzmeldung

- eShop 

- Scanner-Lösungen zur Logistikoptimierung


Der Berliner Logistiker Hospital Logiserve GmbH stellte seine eigenentwickelte Scanner Lösung im OP vor. Dadurch liese sich der komplette Beschaffungsprozess digitalisieren von der Bestellung bis hin zur Bezahlung der Rechnung inklusive Kostenstellen und Kostenträger Verbuchung. 


Das Beratungsunternehmen GÖK Consulting aus Berlin präsentierte ein Auswertungstool für Kliniken. Damit könne der Klinikeinkauf auf Knopfdruck seinen Materialverbrauch analysieren und Einsparpotentiale entdecken. Das Tool wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Transact aus Hannover entwickelt und basiert auf clikview Technologie. 

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