EU-Lieferkettengesetz (CSDDD)

Wie unterscheiden sich das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die geplante europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD)? Das LkSG reiht sich in eine Reihe von Gesetzen zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Lieferketten in anderen europäischen Staaten ein. Auch auf EU-Ebene ist mit der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) eine eigene Rechtsnorm für faire globale Liefer- und Wertschöpfungsketten in Arbeit. Hier der finaler Entwurf der CSDDD. Im Einzelnen bestehen zwischen dem LkSG sowie den CSDDD-Entwürfen folgende wesentliche Unterschiede (Stand 15.02.2024):

 

Unterschiede Deutsches und Europäisches Lieferkettengesetz

  LkSG (BRD) CSDDD (EU)

Anwendungs­bereich

ab 2023: deutsche Unternehmen mit
- mehr als 3.000 Arbeitnehmern

ab 2024: deutsche Unternehmen mit
- mehr als 1.000 Arbeitnehmern

Europäische Unternehmen mit:
- mehr als 500 Arbeitnehmern und
- über 150 Mio. EUR Nettoumsatz


Europäische Unternehmen aus Risikobranchen mit
- mehr als 250 Arbeitnehmern und
- über 40 Mio. EUR Nettoumsatz 

 

Nicht-EU-Unternehmen:

- wenn sie die geltenden Umsatzschwellen (150 Mio. bzw. 40 Mio. Euro) im EU-Binnenmarkt überschreiten.

Umfang der Sorgfalts­pflichten Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und zugehörige Umweltrisiken gegenüber den direkten Lieferanten und nur bei Kenntnisnahme gegenüber weiteren Gliedern der Lieferkette.
Tatsächliche und potentielle negative Auswirkungen müssen ermittelt, berichtet und - soweit möglich - abgestellt bzw. minimiert werden.

Umfassende Sorgfaltspflichten für Umwelt und Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette. Tatsächliche und potentielle negative Auswirkungen müssen ermittelt, berichtet und abgestellt bzw. minimiert werden.

zivil­rechtliche Haftung Nein Ja (geplant)
Sanktionen Bußgelder bis 800.000 EUR, bei Unternehmen mit über 400. Mio. EUR Umsatz bis zu 2 % des des Jahresumsatz. Ausschluss von Aufträgen der öffentlichen Hand.  Angemessene Bußgelder auf Grundlage des weltweiten Nettoumsatzes. Bußgelder bis zu 5 % des Jahresumsatz sowie die Bekanntmachung des Verstoßes unter Nennung des Unternehmens, die Abgabe einer Unterlassungserklärung hinsichtlich ähnlicher weiterer Verstöße und das Verbot des Inverkehrbringens oder des Exports von Produkten und Dienstleistungen

Stand 15.02.2024 / Quelle: Wirtschaftsprüferkammer (wpk.de)

 

 

Wie ist das Lieferkettengesetz in die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) eingebunden?

Zwischen dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD besteht kein direkter Bezug. Allerdings sind große inhaltliche Übereinstimmungen vorhanden. So umfassen die künftig anzuwendenden European Sustainability Reporting Standards (ESRS) im Themenfeld "Soziales" unter anderem Berichtspflichten zu Arbeitnehmern in der Lieferkette (ESRS 2). Auch mit der CSDDD gibt es – wie zuvor dargestellt – große Überschneidungen. Die bei der Ausübung der Sorgfaltspflichten gewonnenen Informationen können somit auch zur Erfüllung weiterer Berichtspflichten herangezogen werden.

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