Einkaufs- und Datenmanagement für Kliniken erfolgreich gestalten

Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart
Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart

Der Einkauf muss sich digital transformieren, um die Herausforderungen der nächsten 10 Jahre zu meistern. Dies ist das Fazit des Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart. Vom 03.-04. April 2017 trafen sich über 600 Teilnehmer aus Krankenhaus, Apotheke und Industrie, um über die Zukunft des Klinikeinkaufs zu diskutieren. Die Tagung stand unter dem Motto "Prozessoptimierung durch Digitalisierung - Chancen und Herausforderungen aus Sicht des Einkaufs". 

Markus Wild, Geschäftsführer Prospitalia
Markus Wild, Geschäftsführer Prospitalia

Datenmanagement ist Erfolgsfaktor der Zukunft 

Markus Wild, Geschäftsführer der Prospitalia GmbH begrüßte die Teilnehmer und betonte in seiner Einführungsrede die wachsende Bedeutung der Digitalisierung. Datenmanagement sei ein zentrales Zukunftsthema. Dabei ginge es ihm nicht nur um Artikelstammdaten, sondern um die sinnvolle Verknüpfung aller vorhandenen Daten im Klinikum wie Materialbewegungsdaten oder Controllingdaten. Die Einkaufsgemeinschaft Prospitalia entwickle derzeit das bestehende Artikelinformationssystem (AIS) zum Supply-Chain-Cockpit aus. Oft würden sich die Kliniken fragen, wie sich die Erlöse zu den Kosten entwickeln würden. Auf diese Frage könne das Cockpit eine Antwort geben, indem es Leistungsdaten der Klinik mit Kostendaten verknüpfe. Für das Vertragsmanagement biete die Prospitalia ebenfalls eine Lösung an. Das System der Firma Optimal Systems sei im Supply-Chain-Cockpit integriert. Ebenfalls eingebettet in das Cockpit sei das Auswertungstool der Firma Click Sense. Angeschlossen würden die Kliniken per direkter Mawi-Schnittstelle oder per Rechnungsdigitalisierung. 

 

Barcodes noch verbesserungswürdig 

Die Prospitalia hilft ihren Mitgliedern dabei, Innovationsprojekte und Technologiepartnerschaften zu initiieren und zu begleiten. Zunächst werden gemeinsam mit den Kliniken Ziele und Strategien definiert.

Die Basis der Digitalisierung müsse allerdings stimmen. So sei oft noch ein falscher Barcode auf den Produkten oder zwei unterschiedliche Barcodes für ein und denselben Artikel, weil die Produkte aus zwei unterschiedlichen Ländern kämen. Wenn die Basis nicht stimme, dann bräuchte man über die folgenden Prozesse erst gar nicht mehr sprechen. 

 

2,2 Milliarden Einkaufsvolumen

Michael Lange, Leiter Key Account Management der Prospitalia, skizzierte die positive Mitgliederentwicklung für das Jahr 2016. Insgesamt seien 711 Senioren- und Rehaeinrichtungen, 534 Akutkliniken, 22 Maximalversorger und 8 Unikliniken Mitglied bei der Prospitalia mit mehr als 190.000 Betten. Die Einrichtungen könnten derzeit auf 745.000 verhandelte Artikel zugreifen. Das Einkaufsvolumen beträgt 2,2 Milliarden Euro, so Lange.  

 

Konsolidierung der Medizintechnikanbieter 

Karin Gensow, Leiterin Einkauf Prospitalia, stellte das Einkaufsteam der Prospitalia vor. Das Team des strategischen Einkaufs wurde auf insgesamt 30 Mitarbeiter vergrößert, um der wachsenden Bedeutung des Vergaberechts Rechnung zu tragen. Gensow berichtete, dass Deutschland im europäischen Vergleich sehr wenige Ausschreibungen realisieren würde, weshalb derzeit die Vergabepraxis der deutschen Kliniken von der EU-Kommission untersucht werde. Gensow informierte die Mitglieder über neue Lieferantenlistungen und aktuelle Fusionen gelisteter Partner. Derzeit vollziehe sich eine Konsolidierung am Medizintechnikmarkt. Durch den Zukauf der Einkaufsgemeinschaft Comparatio im März 2017 sei die Prospitalia aber für die Zukunft gut gerüstet und könne selbst eine hohe Marktmacht den Lieferanten entgegenstellen. Aktuell sind laut Gensow 400 Vertragslieferanten gelistet. 

 

Aesculap ist Lieferant des Jahres 2016

Im Rahmen der Abendveranstaltung des Prospitalia Jahreskongresses wurde die Fa. Aesculap zum Lieferanten des Jahres 2016 gekürt (Gesamtnote 1,934). Der deutsche Anbieter für Endoprothetik, Nathmaterial und chirurgische Instrumente überzeugte die Mitglieder der Prospitalia vor allem beim Service, bei der Qualität der Produkte und bei der Erreichbarkeit des Innendiensts. Die Plätze zwei und drei gingen an Sarstedt und Paul Hartmann. Die Plätze vier und fünf belegten Lohmann & Rauscher und B.Braun. Insgesamt wurden bei der Lieferantenbewertung 51 Medikallieferanten von den Mitgliedern der Prospitalia anhand von 14 Kriterien bewertet. 

 

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