Einkauf entlastet Pflege und Ärzte durch digitale Dokumentation

Michael Bremshey, stv. Wirtschaftsleiter St.-Johannes-Hospital, Dortmund
Michael Bremshey, stv. Wirtschaftsleiter St.-Johannes-Hospital, Dortmund

Welche Auswirkungen hat die Arbeit des Einkaufs auf die Pflege und den ärztlichen Bereich? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich der Vortrag von Michael Bremshey, stv. Wirtschaftsleiter St.-Johannes-Hospital Dortmund auf dem Prospitalia Jahreskongress 2017 in Stuttgart. 


Bremshey setzt auf Prozessoptimierung durch Digitalisierung und erreicht dadurch eine Entlastung der Pflege und der Ärzte sowie eine verbesserte Patientensicherheit, so Bremshey. Er nutze zahlreiche miteinander vernetzte IT-Lösungen im Einkauf und in der Waren- und Informationslogistik. Beispielhaft nannte er die Programme von SAP, Prospitalia, AGFA, Aequitixx, GHX und Hoseco. Im OP würden über 80 Lieferanten mit über 25.000 Positionen gescannt. Erfasst werden alle Implantaten. Zusätzlich alle Produkte, die teurer als 50 EUR seien. 

 

Durch das durchgängige Scannen der Produkte bei Wareneingang und beim Verbrauch im OP, profitieren Pflege und Ärzte von einer hohen Verfügbarkeit der Produkte, so Bremshey. Rückfragen der Mediziner zu Produkten und Lieferrückständen würden dadurch minimiert. Zudem erhalten Pflege und Ärzte Preistransparenz über alle Produkte. Dies fördere ein positives Verbrauchsverhalten der Anwender. Durch die Dokumentation der Verbräuche mit Barcodeinformationen in Verbindung mit den Falldaten profitiere das Controlling und die Ärzte. So lägen den Ärzten in Echtzeit wichtige Informationen zum Beispiel zu implantierten Produkten wie Herzschrittmacher oder mit Medikamenten beschichtete Stents. So erhielten die Anwender wichtige Informationen zur Weiterbehandlung des Patienten, wie zum Beispiel den Wirkstoff des Medikaments im Stent. Die nachfolgenden Prozesse und Abteilungen werden so unterstützt. 

 

Ein weiteres Beispiel für digitale Dokumentation sei der Implantatepass. Dieser entstehe praktisch als Abfallprodukt aller per Scan gesammelter Daten und Schnittstellen mit angebundenen IT-Systemen (KIS). Daten müssten vielfach genutzt werden. Zur Dokumentation, Bestellung, Bestandsüberwachung, Rückrufe, Kostenträgerrechnung, Statistik und Implantateausweis. Prof. Lohmann prognostizierte in einer abschließenden Diskussionsrunde, dass die Material Logistik von einer zunehmenden digitaler Dokumentation des Behandlungsprozesses profitieren wird. Digitale Patientenpfade entstehen, die das Steuern des Materialverbauchs weiter unterstützen. Der Einkauf müsse seinen Teil dazu aktiv beitragen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus von Kietzell (Donnerstag, 27 April 2017 10:22)

    Die Potentiale in den Kliniken liegen eindeutig in den Prozessen. Wer dieses Thema konsequent verfolgt wird erfolgreich sein und ist bestens für die zukünftigen Herausforderungen aufgestellt.