Die Einkaufsgemeinschaft der Zukunft - auf den Spuren von Google & Co.

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es derzeit ungefähr acht relevante Einkaufsgemeinschaften (siehe Übersicht Einkaufsgemeinschaften im Krankenhaus ). Alle Anbieter erzielen marktgerechte Preise für Ihre Mitglieder. Vor allem im B- und C-Artikel Bereich, teilweise auch bei A-Artikeln, je nach Bündelungsgrad der Klinik und Stärkenprofil der Einkaufsgemeinschaften.


Alle wesentlichen Medizintechnik-Marktplayer und wichtige Nischenlieferanten sind gelistet. Im Schnitt sind das 200 bis 400 Lieferanten. Der Lieferanten decken den Bedarf einer Klinik in den Warengruppen Medikal, Pharma, Wirtschaftsbedarf, Lebensmittel, IT und Investitionen/Medizintechnik ab.


Die Gegenwart der Einkaufsgemeinschaften

Kliniken können auf die verhandelten Artikel und Preise per Internet-Datenbank zugreifen und in ihr Materialwirtschaftssystem downloaden. Bei manchen Einkaufsgemeinschaften sind die Mitgliedskliniken direkt an die zentrale Artikeldatenbank angeschlossen. Eine Alternative ist die Übersendung der Klinik-Materialumsätze per Rechnungsdigitalisierung. Der Vorteil der Rechnungsdigitalisierung: Auf jede Bestellung erfolgt eine Rechnung. Somit wird jede Bestellung erfasst. Auch diejenige, welche per Telefon, Fax oder Mail aufgegeben wurde. Die Einkaufsgemeinschaften unterscheiden sich im Wesentlichen durch folgende drei Merkmale:

1. Zielgruppenfokus (z.B. Unikliniken)

2. Sourcing Strategie (z.B. Single Sourcing)

3. Mehrwertleistungen (z.B. Beratung Logistik oder IT-Tools)


In Kürze startet eine Studie zum Thema Einkaufsgemeinschaften und deren Marktpositionen. Darin werden die Unterschiede ausführlich dargestellt.


Die Zukunft der Einkaufsgemeinschaften - Wandeln zum Technologiekonzern

Egal wie die Vernetzung zwischen den Kliniken und der Einkaufsgemeinschaften derzeit ausgestaltet ist, in den nächsten 2 bis 5 Jahren wird sich in diesem Bereich sehr viel verändern. Die Einkaufsgemeinschaften rüsten aktuell ihre IT-Tools kräftig auf. Und das ist kein Wunder. Denn Daten sind - wie bei Google &  Co - der entscheidende Zukunftsfaktor und Differenzierung merkmale zugleich. Nur wer Daten hat, kann auch aktiv steuern, Mehrwerte generieren und Kunden langfristig an sich binden.


Einkaufsgemeinschaften werden, genau wie Google, Facebook oder Apple, den Kliniken zukünftig kostenlos oder zu geringen Gebühren Software-Tools und Apps ihren Kunden zur Verfügung stellen, um weitere wichtige Daten zu erhalten. Die dabei immer tiefer stattfindende Vernetzung zwischen Einkaufsgemeinschaft und Mitglied nimmt die Klinik in Kauf, solange die Gegenleistung, also der Mehrwert stimmt. Warum sollte eine Klinik die Stammdaten selbst pflegen, wenn dies auch die Einkaufsgemeinschaft kostenlos erledigt. Warum sollte die Klinik ein teures Auswerungstool kaufen, wenn die Einkaufsgemeinschaft dies zur Verfügung stellt. Dies wird soweit gehen, dass Teile des operativen und strategischen Einkaufs aus den Kliniken komplett verschwinden wird.


Einkaufsgemeinschaften werden eine eigene Tool-Landschaft um den Kunden herum bauen. Sozusagen ein modulares "Betriebssystem" für den Einkauf mit dessen Hilfe die Mitglieder Sachkosten senken, Prozesse verbessern und Erlöse optimieren können. Die IT-Tools werden an das KIS und die Mawi angeschlossen sein und die Informationen automatisiert abziehen.


Fazit

Zukünftig werden Einkaufsgemeinschaften ihren Mitgliedern immer mehr IT-Tools anbieten. Die Beschaffungsinstitutionen wandeln sich zum Technologieanbieter. Der Dreiklang aus Einkauf, Logistik und IT wird zukünftig zur ErfolgsDNA einer Einkaufsgemeinschaft. Daten werden zu Gold. Diese Entwicklung kann man gut oder schlecht finden. Aufzuhalten ist sie aber nicht. Ein Wechsel der Einkaufsgemeinschaften wird damit in Zukunft immer schwieriger werden. Ähnlich wie bei ihrem Google Account. Einmal Google immer Google?


Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Hier finden Sie eine

Übersicht Einkaufsgemeinschaften im Krankenhaus

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